Die heimliche Volkskrankheit
Knochenschwund
Osteoporose ist heimtückisch. Der Knochenschwund entwickelt sich schleichend. Manchmal dauert es Jahre, bis ein Arzt ihn diagnostiziert. Ein großes Problem, denn je früher die Krankheit erkannt wird, desto effektiver kann man sie behandeln.
Das Wort Osteoporose steht für das Krankheitsbild des „porösen Knochens“. Es stammt aus dem Griechischen: „Osteon“ heißt Knochen, „Poros“ ist die Pore. Sieben Prozent aller 55-jährigen Frauen leiden an der Krankheit, von den 80-Jährigen ist dagegen schon fast Jede Fünfte betroffen. Insgesamt ist die Osteoporose bei Frauen fünfmal häufiger als bei Männern.
Obwohl sie eine typische Alterskranheit ist, legen viele Patienten den Grundstein für die Osteoporose bereits in der Kindheit. Die Ernährung spielt eine große Rolle, weil in der Wachstumsphase auch die Basis für starke Knochen gelegt wird. „Kinder nehmen allgemein mit ihrer Nahrung zu viel Phosphat auf, ich sage nur Cola-Getränke. Und Phosphat ist ein Kalziumfresser“, so Christian Hinz, Chefarzt der Orthopädie der Klinik Fürstenhof, Bad Pyrmont. Schlechte Ernährung, übertriebene Diäten und Haltungsschäden verursachen oft bereits ab 35 Jahren übermäßigen Knochenabbau. Hinzu kommt der Mangel an Bewegung: „Vor 50 Jahren legte statistisch gesehen jeder noch 17 Kilometer pro Tag zu Fuß zurück, heute gerade mal zwei.“
Todesursache Oberschenkelhalsbruch
Die Osteoporose beginnt oft unbemerkt. Anhaltende heftige Rückenschmerzen sind die frühesten Anzeichen. Entdeckt wird die Erkrankung meist erst durch eine Fraktur. Oft genügt bereits ein leichter Sturz, und Oberschenkelhals, Wirbelkörper, Unterarm oder Hüfte brechen. Das Schlimmste daran sind die Beschwerden. „Osteoporose verursacht extrem starke Schmerzen. Manche Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten, sagen, dass dieser Schmerz nicht so schlimm war wie der z. B. durch einen Wirbelkörperbruch“, berichtet Christian Hinz aus seiner Klinik-Praxis.
Vor allem für ältere Patienten kann ein Oberschenkelhalsbruch das Schicksal besiegeln: Der Bruch führt zu Komplikationen, und sie werden zum Pflegefall. Innerhalb eines Jahrs nach einem Oberschenkelhalsbruch sterben rund 32 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen.
Quelle: FOCUS online, Monika Preuk/Claudia Weingartner
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